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Musik bringt Schwung ins Leben

12.05.2006
Merengue-Tänzerin © FVA Dominikanische Republik
© FVA Dominikanische Republik
Es passiert automatisch: Wenn die Musik des Sängers Juan Luis Guerra oder die der Gruppe Aventura erklingt, bewegen sich Füße und Hüfte ganz von alleine. Die karibischen Klänge des Merengue und Bachata dienen als internationale Botschafter der Dominikanischen Republik.

Tanzen lernen die Dominikaner angeblich, bevor sie laufen können. Dass es tatsächlich so gut wie unmöglich ist, zur Musik des Merengue oder Bachata still sitzen zu bleiben, erfährt jeder, der sich in einen der unzähligen Clubs oder in eine der Bars der Küstenstädte begibt, um an der überschäumenden Lebensfreude der Einheimischen teil zu haben.

Merengue
Merengue ist für die Dominikaner mehr als nur eine landestypische Musik. Der schnelle Zweivierteltakt, der meist aus einem Akkordeon, einem Bass, einer Güira (einem typische dominikanischen Schlaginstrument aus einem hohlen runden Blech, welches mit einem Drahtbesen bearbeitet wird) und einer Trommel ertönt, verkörpert das karibische Temperament und die Herzlichkeit der Menschen wie kein zweites Kulturgut.
Afrikanische Elemente verschmolzen mit spanischen Einflüssen und präkolumbianischen Gesängen der Tainos-Indianer zur so genannten „Música Criolla“ (kreolische Musik). Aber auch der französische Salontanz „contradanza“ und die italienische „barcarola“ flossen ein in die neu entstandene Kultur. Warum die Musikrichtung nach einer Süßspeise aus Eischnee und Zucker benannt wurde, weiß jedoch keiner.
Gewagt erscheinen ebenfalls manche Theorien zum Ursprung des eingängigen Taktes: Mal sollen es die Holzbeine der Seeräuber gewesen sein, die ihn schlugen, mal wird er zurückgeführt auf die Tänze der schwarzen Sklaven, die schwere Eisenkugeln am Bein trugen.
Die ursprüngliche Form des Merengue, die sich vorwiegend in ländlichen Gegenden erhalten hat, heißt „Perico ripiao“ und wird von einer kleinen Combo gespielt, deren Musiker – auch ohne Musik studiert zu haben – dank ihres angeborenen Harmonie- und Rhythmusgefühls folgende Instrumente virtuos beherrschen: Akkordeon oder Gitarre, Trommel, Güira und die Maracas. Diese Musikkultur wird von Generation zu Generation weiter überliefert.
Zahlreiche Clubs und Discos in Punta Cana, La Romana, Puerto Plata, Juan Dolio, Boca Chica, Sosúa und natürlich auch in der Hauptstadt Santo Domingo garantieren Ausgehmöglichkeiten für Tanz- und Musikbegeisterte. Das Highlight für alle Tänzer ist das jährliche Merengue-Festival in der Hauptstadt: 2006 findet es vom 14. bis 17. Juli statt.

Bachata
Hüfteeinsatz ist nicht nur bei Merengue sondern auch bei Bachata angesagt: Die aus der Dominikanischen Republik stammende Musikrichtung im Viervierteltakt entstand in der 60er Jahre und ist heutzutage so populär, dass dominikanische Fernsehsender regelmäßig Bachata-Tanzwettbewerbe veranstalten. Genau wie Merengue und Salsa ist Bachata kein standardisierter Tanz, es gibt unendliche Variationen und Bewegungsabläufe, aber immer mit einer Eigenschaft: Es wird sehr eng und hüftbetont getanzt.
Anfangs war Bachata weniger zum Tanzen gedacht: Mit romantischer Gitarrenmusik und Texten von enttäuschter Liebe diente es zur Unterhaltung. Einflüsse anderer Stile, zum Beispiel Merengue, haben aus Bachata eine schnellere Musikrichtung gemacht, die jeden auf der Tanzfläche in Bewegung bringt.
Seit 2003 boomt lateinamerikanische Musik weltweit. Berühmte Stars wie Juan Luis Guerra mit seinem Grammy-ausgezeichneten Album „Bachata Rosa“ oder die Gruppe Aventura mit dem bislang bekanntesten Bachata-Stück „Obsesión“ haben von der Dominikanischen Republik aus die ganze Welt erobert.

Quelle: FVA Dominikanische Republik / bearbeitet von pairola-media
zur Verfügung gestellt von travianet.de
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