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Im August feiert das Baskenland

15.07.2008
Die Basken machen Feuer - im August wird gefeiert © Turespana
© Turespana
Eine Reise durch das Baskenland im August führt nicht nur zu herrlichen langen Sandstränden und kulturellen Höhepunkten wie dem Guggenheim Museum, sondern auch zu den traditionellen Festwochen der drei bedeutendsten Städte der autonomen Region im spanischen Norden.



Vitoria-Gasteiz am 04. August. Tausende von Menschen haben sich auf der Plaza Virgen Blanca zu Füssen der San Miguel Kirche versammelt. Alle Blicke richten sich auf den Bürgermeister der Stadt, der um Punkt 18.00 Uhr den „txupinazo“ abschießt. Gleich darauf gehen die Blicke hinauf zur Kirche, von der aus unter dem ohrenbetäubenden Jubel aller der Abstieg des „Celedón“ beginnt. Eine lebensgroße männliche Puppe mit geöffnetem Regenschirm wird an einem Drahtseil hängend von der Kirche San Miguel auf einen Balkon in der nahen Calle Postas herabgelassen. Gekleidet ist sie in die typische „blusa“, die traditionelle Tracht der baskischen Provinz Alava. Die Puppe verschwindet hinter einer Fahne und gleicht darauf erscheint unter noch größerem Jubel der „Celedón“ als lebendige Person. Er eröffnet die Festwoche, die zu Ehren der Schutzheiligen der Stadt, der Virgen Blanca, bis zum 9. August andauern wird. „Gora Gasteiz! Gora Celedón“ – „Es lebe Vitoria! Es lebe der Celedón“ ertönt es aus der Menge. Sektflaschen knallen und der traditionelle Tanz Aurresku wird aufgeführt.

Das Stadtbild der Provinzhauptstadt wird in diesen Tagen bestimmt durch die „blusas“, in die die verschiedenen Gruppen von Vitorianos und Vitorianas gekleidet sind. Ein hellblaues Kittelhemd über der hellgrauen Hose, das rote Tuch um den Hals geschlungen und die schwarze Baskenmütze auf dem Kopf. Konzerte, Straßentheater, Orchesteraufführungen, Märkte, Stierkämpfe oder die typischen Pelota-Wettkämpfe lassen keine Langeweile aufkommen und machen die Besucher der Stadt mit den Traditionen der Alava, der Inlandprovinz des Baskenlandes, bekannt.

Wenn am 9. August die Feierlichkeiten enden und in Vitoria-Gasteiz wieder die beschauliche Ruhe einer Provinzhauptstadt einkehrt, ertönt weiter im Nordwesten in der mondänen Stadt am Meer, San Sebastián, ein lauter Kanonenschuss. Der „Cañonazo“ des in der eleganten historischen Gardeuniform eines Offiziers gekleideten Kanoniers eröffnet die Festwoche des Jahres, die „Semana Grande“ in dem bekannten Seebad. Ein bedeutendes Charakteristikum dieses Sommerfestes sind die allabendlichen Feuerwerke über der Traumbucht „La Concha“, dem Bilderbuchstrand des Baskenlandes. Der Internationale Wettbewerb um das spektakulärste Feuerwerk lockt alljährlich Pyrotechniker aus der ganzen Welt in die Stadt an der Biskaya. Weitere Höhepunkte dieser Woche bieten vor allem die großartigen Konzerte, zu denen jedes Jahr internationale Künstler aus den verschiedenen Genres der Kunst eingeladen werden. Ansonsten lebt diese Stadt, die wie kaum eine andere zum Flanieren und Genießen geschaffen scheint,  von ihrer hervorragenden Gastronomie. Die raffinierten Pintxos, wie die Tapas hier genannt werden, können während der Semana Grande nicht nur in den zahlreichen Lokalen, sondern auch an einer Vielzahl von Ständen in der Stadt, zusammen mit einem Glas Txakoli, dem typischen sprudelnden Weißwein der Region genossen werden. Die „Semana Grande“, die in San Sebastián aus Anlass des Festes Maria Himmelfahrt gefeiert wird, dauert bis zum 16. August.
Besucher des Baskenlandes, die noch mehr Lust zum Feiern verspüren, machen sich am besten auf in Richtung Bilbao, wo in diesen Tagen nicht allein das berühmte Guggenheim Museum lockt. Seit 1978 feiert die Stadt ihre eigene „Semana Grande“, ebenfalls mit einem ausgedehnten Kulturprogramm, Konzerten, Theateraufführungen, Kinderspielen, Feuerwerken und sportlichen Veranstaltungen. Den Startschuss gibt genau am 16. August eine im Vorjahr gewählte junge Dame, die „txupinera“ mit dem „txupinazo“, dem Abschuss einer Rakete vom Balkon des Rathauses aus. Neben ihr steht der „Pregonero“ oder die „Pregonera“, jeweils eine bekannte Persönlichkeit Bilbaos, die die Festrede zum Auftakt verliest. Und natürlich darf auch hier die „Hauptperson“ der „Semana Grande“ Bilbaos nicht fehlen. In leuchtende Farben gekleidet, mit einem bunten Kopftuch über ihrem blond gelockten Haar reißt die pausbäckige „Marijaia“ ihre Arme in die Höhe, geradeso als wolle sie anfangen zu tanzen.

Was in Vitoria-Gasteiz der „Celedón“, ist für die Einwohner von Bilbao die „Marijaia“-Puppe: Das offizielle Symbol der Semana Grande der Stadt. Geschaffen wurde sie am 19. August 1978 von Mari Puri Herrero und seit 1997 hat sie eine eigene Hymne: die „Badator Marijaia“, geschrieben von Kepa Junkera. Die Semana Grande oder „Aste Nagusia“, wie das Fest auf Baskisch heißt, dauert neun Tage und endet am 24. August.

Quelle: Turespana / bearbeitet von pairola-media
zur Verfügung gestellt von travianet.de
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